28. März 2017

Erfolgreicher Einsatz von Open Source Software –

Teil 2: Kitodo als Publikationsserver an der SLUB Dresden

Kitodo – key to digital objects

In unserer dreiteiligen Reihe über den erfolgreichen Einsatz von Open Source Software in Bibliotheken wollen wir Ihnen heute das Projekt Kitodo.Publication vorstellen. Ein Projekt, in dem die Kitodo Produktfamilie um ein Modul für Publikationsserver erweitert wurde. Aber lesen Sie selbst…

Kitodo.Publication

Kitodo (ehemals Goobi) ist eine Software-Lösung zur Produktion und Präsentation von Digitalisaten. Sie ist Open Source und wird federführend von Bibliotheken selbst entwickelt. Kitodo hat das Ziel, arbeitsteilige Massendigitalisierung zu unterstützen. Die Softwaresuite besteht dabei vorrangig aus den beiden Komponenten Kitodo.Production und Kitodo.Presentation, die sich für unterschiedliche Digitalisierungsstrategien und skalierbare Geschäftsmodelle eignen. Mittlerweile wird die Software von zahlreichen Bibliotheken nachgenutzt.

Mit Kitodo.Publication hat die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB Dresden) in Zusammenarbeit mit der effective WEBWORK jetzt ein weiteres Modul für Kitodo auf TYPO3-Basis entwickelt, welches die Benutzungsschnittstelle und die Administrationsumgebung eines Dokumentenservers abbildet. Mit diesem neuen Kitodo-Modul erhalten Bibliotheken die Möglichkeit, auch die Infrastruktur der Dokumentenserver über Kitodo bzw. TYPO3 abzubilden. Kitodo.Publication lässt sich hinsichtlich der administrativen Aufgaben für Bibliothekare im Backend und den Eingabemöglichkeiten für Endanwender im Frontend unterscheiden.

Das Backend bietet folgenden Funktionen:

Das Frontend bietet folgende Funktionen:

Der Backend Manager von Kitodo.Publication

Der Open Source Entwicklungsprozess

Das ursprüngliche Konzept für Kitodo.Publication wurde von der SLUB Dresden entwickelt und im Rahmen des sächsischen Dokumenten- und Publikationsservers „Qucosa“ umgesetzt. Qucosa dient der kostenfreien Publikation, dem Nachweis und der langfristigen Archivierung von Dokumenten aus Wissenschaft und Wirtschaft und wurde ursprünglich mit der Software OPUS realisiert. 2014 sollte Qucosa auf eine moderne, typo3-basierte Plattform migriert werden, die mehrmandantenfähig ist und digitale Objekte verschiedenster Art aufnehmen kann.

Als technischer Umsetzungspartner stand die effective WEBWORK aus Hamburg als erfahrener Entwicklungsdienstleister im Bereich bibliothekarischer Open Source Projekte zur Verfügung. In einem gemeinsamen Projekt wurde Kitodo.Publication seit Mitte 2014 entwickelt.

Für die Entwicklung waren eine enge Zusammenarbeit und regelmäßige Rückkopplungszyklen zwischen dem Konzeptteam in Dresden und dem Entwicklungsteam in Hamburg notwendig, da viele Anforderungen zu Projektbeginn noch unscharf waren. Manche Ideen ließen sich durch technische Restriktionen faktisch nicht oder nur eingeschränkt umsetzen, andere entstanden dafür erst im Entwicklungsprozess und wurden dann gemeinsam verwirklicht.

Nach gut einem Jahr wurde im Dezember 2015 die Version 1.0 fertiggestellt. Die nächsten Monate nutzte das Projektteam neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung vor allem dafür, die Entwicklung so abzurunden, dass sie als vollwertiges Open Source Modul von Kitodo veröffentlicht werden kann. Diese Phase ist inzwischen fast abgeschlossen, sodass das neue Kitodo-Modul voraussichtlich bis Jahresende auch offiziell zur Nachnutzung über GitHub bereitgestellt wird.

Das Frontend – eingesetzt im Qucosa-Server

Wege zur Nachnutzung

Kitodo.Publication wird mittlerweile produktiv innerhalb des Qucosa-Projektes eingesetzt:
http://slub.qucosa.de/

Als Open Source Software steht Kitodo.Publication zur Nachnutzung frei zur Verfügung. Ob sich der Umstieg lohnt und was dann zu tun ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

Als TYPO3-Extension eignet sich dieser Publikationsserver natürlich vor allem für Bibliotheken, die bereits das weit verbreitete Content-Management-System im Einsatz haben. Besonders interessant ist diese Lösung, wenn auch Kitodo – vor allem Kitodo.Presentation – zum Einsatz kommt. Dann lässt sich mit dem neuen Modul die technische Infrastruktur deutlich vereinfachen und homogenisieren.

Da das Modul noch sehr jung ist, weist es trotz einiger Alleinstellungsmerkmale noch nicht in allen Funktionen die Reife einer lang etablierten Lösung für Dokumentenserver auf. Bei sehr spezifischen Anforderungen kann demnach die Notwendigkeit der Weiterentwicklung bestehen. Durch die verbreitete technische Basis TYPO3 lassen sich aber relativ viele potentielle Entwicklungspartner mit entsprechender Kompetenz finden – wie z.B. die effective WEBWORK.

Möchten Sie mehr über das Projekt erfahren oder haben Sie Interesse an der Nachnutzung, dann wenden Sie sich einfach an:

Matthias Finck
effective WEBWORK GmbH
finck@effective-webwork.de
040-60940857-0