23. Juni 2021
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In der Ausgabe 4/2021 (Juni 2021) lesen Sie u.a.:

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  • Neue Ansätze zur Informations­kompetenzvermittlung
  • Außen- und Selbstwahrnehmung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren als wichtiges Steuerungsinstrument
  • Die Folgen des Wissenschaftstracking – unbekannt, aber nicht ungefährlich
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Ausgabe 3 / 2021

IM FOKUS
Über das Sterben reden

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  • Eine Buchauswahl zum Thema

LANDESKUNDE
Indien: Geschichte und Gegenwart

KUNST | BIOGRAFIEN
Malerinnen: Talent ist keine Frage des Geschlechts

BETRIEBSWIRTSCHAFT
„Leadership“ ist hip

RECHT
Steuerrecht | Umwelt- und Planungsrecht | Kommentare zum Bürgerlichen Recht | Strafrecht | Juristendeutsch? | Rechtsgeschichten

uvm

Geisteswissenschaften International

Valerie Hänsch erhält Sonderpreis für Publikation
„Vertreibung und Widerstand im sudanesischen Niltal“

Förderung für insgesamt 22 geisteswissenschaftliche Werke

Der Sonderpreis des Programms „Geisteswissenschaften International“ geht in diesem Frühjahr an die Dissertation von Valerie Hänsch: Die Ethnologin an der Ludwig-Maximilians-Universität München wird für Ihre Untersuchung „Vertreibung und Widerstand im sudanesischen Niltal. Ein Staudammprojekt und der Versuch zu bleiben“ prämiert. Das Buch ist im Dietrich Reimer Verlag erschienen. Insgesamt profitieren im Frühjahr 2021 22 geisteswissenschaftliche Werke von einer Übersetzungsförderung. Mit „Geisteswissenschaft International“ zeichnen der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz Thyssen Stiftung, der Wissenschaftsfonds der VG WORT und das Auswärtige Amt hervorragende geistes- und sozialwissenschaftliche Werke aus und finanzieren deren Übersetzung.

Die Jury zu ihrer Entscheidung: „Valerie Hänsch hat mit ihrer Dissertation ‚Vertreibung und Widerstand im sudanesischen Niltal‘ zu einem Umsiedlungsgebiet im Nordsudan eine herausragende ethnografische Studie zur Transformation von Lebenswelten nach Flucht und Vertreibung vorgelegt. Über viele Jahre hinweg begleitete die Ethnologin eine Dorfgemeinschaft am Nil, die im Zuge des Merowe-Staudammprojekts ihre Heimat verlassen soll. Ungemein plastisch führt sie die Komplexität einer weithin unbekannten Gesellschaft vor und schildert die unterschiedlichen Reaktionen und differenzierten Aushandlungsprozesse vor, während und nach der Überflutung – bis hin zum Neuanfang nicht in einer dafür vorgesehenen fernen Siedlung, sondern am Ufer des neuen Sees. Sowohl Mikrokosmos als auch Gesamtpanorama werden hier mit erzählerischer Begabung präsentiert, Traditionen, Wandel und Umgang mit staatlicher Macht im Detail sichtbar. Dabei entsteht ein neuartiges Bild vom Umgang mit Heimatverlust, der in eine errungene Variante des Bleibens mündet.“

Ziel der Auszeichnung ist es, deutsche Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften stärker zu verbreiten und die globale Vernetzung der deutschen Wissenschaft voranzutreiben. Die Zahl der in den englischen Sprachraum vergebenen Lizenzen wird mit „Geisteswissenschaft International“ dauerhaft erhöht: Seit Beginn des Übersetzungsförderungsprogramms 2008 wurden rund 400 Übersetzungen geisteswissenschaftlicher Werke in namhaften englischsprachigen Verlagen gefördert. Insgesamt stehen innerhalb des Programms jährlich 550.000 Euro für Übersetzungsförderungen zur Verfügung. Die Jury vergibt die Auszeichnungen zweimal im Jahr.

Neben Valerie Hänsch wurden im Frühjahr 2021 ausgezeichnet:

  • Melanie Arndt: „Tschernobylkinder. Die transnationale Geschichte einer nuklearen Katastrophe“ (Vandenhoeck & Ruprecht)
  • Klaus-Michael Bogdal: „Europa erfindet die Zigeuner – Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“ (Suhrkamp)
  • Franz-Josef Brüggemeier: „Grubengold: Das Zeitalter der Kohle von 1750 bis heute“ (C.H. Beck)
  • Peter Oliver Loew: „Danzig. Biographie einer Stadt“ (C.H. Beck)
  • Daniel Loick: „Der Missbrauch des Eigentums“ (Matthes & Seitz)
  • Isabell Lorey: „Demokratie im Präsens – Eine Theorie der politischen Gegenwart“ (Suhrkamp)
  • Dominik Maschek: „Die römischen Bürgerkriege. Archäologie und Geschichte einer Krisenzeit“ (wbg)
  • Alwin Meyer: „Vergiss deinen Namen nicht. Die Kinder von Auschwitz“ (Steidl)
  • Martin Mulsow: „Prekäres Wissen – Eine andere Ideengeschichte der Frühen Neuzeit“ (Suhrkamp)
  • Ruth Nattermann: „Jüdinnen in der frühen italienischen Frauenbewegung (1861-1945). Biografien, Diskurse und transnationale Vernetzungen“ (Walter de Gruyter)
  • Frank Rexroth: „Fröhliche Scholastik“ (C.H. Beck)
  • Irina Saladin: „Karten und Mission“ (Mohr Siebeck)
  • Birgit Sandkaulen: „Jacobis Philosophie. Über den Widerspruch zwischen System und Freiheit“ (Felix Meiner)
  • Jens Schröter und Konrad Schmid: „Die Entstehung der Bibel“ (C.H. Beck)
  • Felix Schürmann: „Der graue Unterstrom“ (Campus)
  • Farid Suleiman: „Ibn Taymiyya und die Attribute Gottes“ (Walter de Gruyter)
  • Damien Tricoire: „Der koloniale Traum. Imperiales Wissen und die französisch-madagassischen Begegnungen im Zeitalter der Aufklärung“ (Walter de Gruyter)
  • Lars Viellechner: „Transnationalisierung des Rechts“ (Velbrück)
  • Elena Walter-Karydi: „Die Athener und ihre Gräber“ (Walter de Gruyter)
  • Florian Wilde: „Revolution als Realpolitik. Ernst Meyer (1887-1930) – Biographie eines KPD-Vorsitzenden“ (Narr Francke Attempto)
  • Benjamin Ziemann: „Martin Niemöller – Ein Leben in Opposition“ (Deutsche Verlags-Anstalt)

Der Jury gehören an: Prof. Dr. Luca Giuliani (Juryvorsitzender), Prof. Dr. Tilman Allert (Universität Frankfurt, emeritiert), Alexander Cammann (Die Zeit), Prof. Dr. Philipp Gassert (Universität Mannheim), Dr. Jan Niklas Howe (Universität München), Prof. Dr. Doris Kaufmann (Universität Bremen), Prof. Dr. Christoph Menke (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Gloria Meynen (Kunstuniversität Linz), Dr. Martin Rethmeier (Walter de Gruyter), Dr. Julia Voss (Universität Lüneburg), Thedel von Wallmoden (Wallstein Verlag).