19. Februar 2019
  NEWS

Bibliotheken verändern!

Vom 18. bis zum 21. März zeigt der 7. Bibliothekskongress in Leipzig
gemeinsam mit internationalen Gästen neue Wege in die Zukunft der Bibliotheken auf

Um im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben, erfinden sich öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken neu, indem sie sich zu sogenannten Dritten Orten, Zwischenräumen des Austauschs neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz, entwickeln. Längst sind Bibliotheken als Dritte Orte Konzept oder gelebte Realität auf dem Campus und in den Kommunen. Kürzlich sprachen sich die Fraktionen von CDU und FDP im NRW-Landtag in einem gemeinsamen Antrag für Dritte Orte aus; explizit genannt werden Bibliotheken, Volkshochschulen und kulturelle Zentren. Diese Entwicklung greift der 7. Bibliothekskongress in Leipzig vom 18. bis zum 21. März mit dem Motto „Bibliotheken verändern“ gemeinsam mit internationalen Gästen auf. Neben den Veranstaltungen für das internationale Fachpublikum kooperiert der Verband Bibliothek und Information Deutschland (BID) e. V. mit der Leipziger Buchmesse und zeigt die aktuelle Entwicklung der Bibliotheken mit dem Projekt der „Werkstatt+“ als „Schaufenster“ in die Bibliothek.

Nicht nur die Politik sieht die Bedeutsamkeit einer Vitalisierung der sogenannten Dritten Orte als Kommunikations-, Interaktions- und Erlebnisräume. Unter dem Motto „Bibliotheken verändern“ veranstaltet der Dachverband der deutschen Bibliotheksverbände Bibliothek und Information Deutschland im Rahmen der Leipziger Buchmesse vom 18. bis zum 21. März den 7. Bibliothekskongress im Congress Center Leipzig mit rund 4.000 Teilnehmern und mehr als 300 internationalen Gästen. Der Bibliothekskongress ist zugleich der 108. Bibliothekartag. „Bibliotheken sind wichtiger Teil der Entwicklung der künftigen digitalen Gesellschaft: als digitale Serviceeinrichtung für die Forschung, als Lernorte für Schüler und Studenten, als Orte der Interessen der Bürger. Sie bieten den Raum für Gemeinsames, für Kommunikation, für Integration und für Identifikation“, betont BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen. Diesjähriges Gastland sind die Niederlande, einer der wichtigsten Impulsgeber im Zeichen eines innovativen Bibliothekswesens. In diesem Zusammenhang finden zwei Plenarveranstaltungen statt, an denen mit hochrangigen Gästen über Wege in die Zukunft der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken diskutiert wird. Der 7. größte nationale Fachkongress in Europa wird durch eine umfangreiche Fachausstellung sowie ein breitgefächertes Rahmenprogramm mit Besichtigungen der Leipziger Bibliothekslandschaft und der Stadt begleitet, das durch die Leipziger Buchmesse respektive das Ortskomitee in Leipzig organisiert wird. „Der Bibliothekskongress ist die zentrale Plattform des Jahres für Akteure des Bibliothekswesens. Hier werden Zukunftsstrategien vorgestellt, entwickelt, diskutiert, Innovationen zahlreicher Fachfirmen präsentiert und entscheidende Impulse für eine Weiterentwicklung des nationalen Bibliothekswesens gesetzt“, berichtet Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen. So wie sich Bibliotheken immer mehr als Orte für alle verstehen, öffnet sich der Bibliothekskongress als Fachveranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse auch dem öffentlichen Publikum mit einer spannenden Kooperation.

Internationale Impulse für den Bibliothekssektor

Bibliotheken, die die Funktionen als Dritter Ort mit Erfolg erfüllen, sind in den Niederlanden zahlreich. Am bekanntesten ist derzeit die größte öffentliche Bibliothek in Europa, die Openbare Bibliotheek Amsterdam. Auf dem 106. Deutschen Bibliothekartag unterzeichneten Hans Jansen, Direktor der Königlichen Bibliothek der Niederlande und der BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen eine Vereinbarung zu einem gemeinsamen Dialog und Projekten über die Zukunft der Bibliotheken. Auf dem 7. Bibliothekskongress fällt der Startschuss für das Partnerlandprojekt: Das Gastland Niederlande präsentiert sich in zwei zentralen Veranstaltungen, spannenden Fachvorträgen und einem Stand auf der Fachausstellung. Der niederländische Dachverband FOBID mit dem Präsidenten Matthijs van Otegem und die Königliche Bibliothek, Nationalbibliothek der Niederlande, sorgen auf dem Kongress für neue Impulse und Perspektiven. Prinzessin Petra Laurentien Brinkhorst der Niederlande wird in diesem Zusammenhang den Kongress eröffnen. Als ehrenamtliche UNESCO-Botschafterin für Alphabetisierung setzt sie sich gegen Analphabetismus ein und unterstützt mit großem Engagement zahlreiche Initiativen, die das Lesen von Kindern und Jugendlichen fördern. Diesem Auftakt folgt ein dreijähriger intensiver Fachaustausch mit Studienreisen, Facharbeitsgruppen und Fachaufenthalten.

Gemeinsam für die Bibliothek der Zukunft

Bibliotheken verändern sich selbst – und sie verändern die Gesellschaft. Im Zuge des digitalen Wandels positionieren sich die öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken als zentrale Akteure in Zeiten der Digitalisierung neu. Unter der Überschrift „Herausforderung bewältigt?“ wird auf dem 7. Bibliothekskongress unter der Moderation vom Strategieberater Andreas Mittrowann zu Fehlerkultur, Change-Management, den Umgang mit Herausforderungen der Bibliothek und dem Einbringen in die Gesellschaft diskutiert. Gäste sind die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping, die mit ihrem Engagement für ein Miteinander mit Flüchtlingen in der Gesellschaft breite Anerkennung findet, Dietrich Nelle, der bis 2018 interimistischer Leiter der Zentralbibliothek für Medizin war und diese neu strukturiert hat, Hella Schwemer-Martienßen, Direktorin der Hamburger Bücherhallen, die vielschichtig Personalentwicklung für die Herausforderungen in Bibliotheken betreibt und Aat Vos, Architekt und Creative Guide aus den Niederlanden, der mit dem Leitspruch „Always strive for imperfection!“ öffentliche Bibliotheken als Dritte Orte inszeniert. Um das aktuelle Thema der künftigen Nachwuchsgewinnung geht es in der Podiumsdiskussion „Personal & Kompetenzen – Wie gut sind wir?“ unter dem Vorsitz der freien Rundfunkjournalistin & Moderatorin Ellen Schweda. Hier wird es mit Martin Elsner, dem Vertreter des Bundesinstituts für Berufsfindung, Matthijs van Otegem von der Erasmus University Rotterdam, Charlotte Bauer von der Universitätsbibliothek Leipzig und Volker Heller von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin um die Herausforderungen und Möglichkeiten der Personalgewinnung gehen. Neben einer intensiveren Werbung um die Auszubildenden, einem verstärkten Angebot an praxisgerechten Ausbildungsplätzen und der Öffnung für andere Berufsgruppen, für Quereinsteiger und die Weiterentwicklung des vorhandenen Personals, sind hier auch die Erfahrungen anderer Länder von besonderem Interesse.

„Schaufenster“ in die Welt der modernen Bibliothek

Bibliotheken verändern auch auf der Leipziger Buchmesse 2019: Neben den Veranstaltungen für das internationale Fachpublikum zeigen Bibliothekskongress und Leipziger Buchmesse die aktuelle Entwicklung der Bibliotheken im Sinne eines „Schaufensters“ in die Bibliothek mit der „Werkstatt+“. Das gemeinsame Projekt der European Learning Industry Group (ELIG) in Zusammenarbeit mit der Leipziger Buchmesse, der Westermann Gruppe, dem Verband Bibliothek und Information Deutschland sowie dem Berufsverband Information und Bibliothek, behandelt das aktuelle Thema digitale Bildung für Schüler. In Workshops und Diskussionsrunden wird gezeigt, dass es hierbei nicht nur auf Medienkanäle, sondern auf geeignete Inhalte ankommt. So lassen sich Spaß am Lesen, Kreativität, Medienkompetenz und das Entdecken gesellschaftspolitischer Themen fördern. Durch bewusste Einbeziehung der Jugendlichen werden Unterrichtsinhalte mit analogen und digitalen Techniken vermittelt. Während am Donnerstag und Freitag Schüler aktiv werden, sind am Wochenende alle Besucher eingeladen, sich als Medienmacher mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

bid-kongress-leipzig.de

7. Bibliothekskongress Leipzig 2019
„Bibliotheken verändern“

(Kongress: 18.-21. März 2019,
Fachausstellung: 18.-20. März 2019,
Leipziger Buchmesse: 21.-24. März 2019)

 



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