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24. Januar 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

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  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
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  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
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Unbekannte Zeichnungen und Postkarten
Wolfgang Borcherts aufgetaucht

Zum 75. Todestag des Autors ergänzt die Staats- und Universitätsbibliothek Nachlass um zwei kleine Konvolute

Wolfgang Borchert ist eine Ikone der Nachkriegsliteratur. Dabei war sein Leben kurz und sein zu Lebzeiten veröffentlichtes Werk schmal: Als Borchert am 20. November 1947 im Alter von 26 Jahren starb, hatte er lediglich einen dünnen Gedichtband und eine Reihe Kurzgeschichten veröffentlicht. Die Theaterinszenierung seines berühmten Stück Draußen vor der Tür, das im Februar 1947 als Hörspiel ausgestrahlt worden war, kam einen Tag nach seinem Tod zur Uraufführung.

Unmittelbar vor dem 75. Todestag Borcherts konnte die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, die den Nachlass seit 1976 verwaltet und erschließt, ihren Borchert-Bestand mit zwei Ankäufen erweitern: Aus Privatbesitz erwarb die Stabi fünf Zeichnungen des Autors – darunter ein Selbstporträt –, eine signierte Erstausgabe seines Gedichtbands Laterne, Nacht und Sterne und einen gewidmeten Weihnachtsgruß. Als besonderes Schmuckstück kommt eine Dackelfigur hinzu, die Borchert, so die Überlieferung, während eines Gesprächs für Johanna Ritter-Krems bastelte, die dem Autor im Nachkriegshamburg in einer Gruppe junger Kunst- und Musikliebhaber:innen begegnet war. Entstanden sind die Zeichnungen Ende 1946. Sie verweisen auf ein selten beachtetes Talent Borcherts, der als Gelegenheitszeichner Bekannten eine Freude machte oder eigene Texte illustrierte.

Ergänzt werden konnte der Nachlass zudem durch ein zweites Borchert-Konvolut aus einem Kieler Antiquariat. Das Konvolut versammelt vier Postkarten, die Borchert zwischen Januar und Juli 1947 an den Hamburger Schriftsteller Heinrich Christian Meier schickte, der die Schriftleitung in der Kulturzeitschrift Das Neue innehatte. Die Karten berichten vom Willen Borcherts, trotz seines stetig schlechter werdenden gesundheitlichen Zustands am Kulturleben teilzunehmen und seine Texte zum Druck zu befördern.

Sichtbar wird auch seine politische Haltung. In einer Karte, gestempelt am 13. Juli 1947, dankt er Meier für Gedichte, die dieser ihm schickte, und führt aus: „Wissen Sie auch, daß wir unsere Augen weit weit offen halten müssen, um nicht noch einmal durch solche Hölle zu müssen – der Kampf ist noch lange nicht zu Ende!“ Als Nachlass-Puzzlestück fügt sich das Kartenkonvolut zu einer gewidmeten Ausgabe von Meiers Gedichtband Der Weg ins Sein, den die Stabi als Teil von Borcherts Bibliothek bereits in der Dauerausstellung zu Leben und Werk des Autors in der „Borchert-Box“ ausstellt.

Dauerausstellung „Dissonanzen“ in der Borchert-Box:

https://borchert.sub.uni-hamburg.de/dissonanzen-wolfgang-borchert-1921-1947/

Pressefotos der Neuerwerbungen:

stabi.hamburg/pressefotos (Credit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)

Blogbeitrag zum Todestag und zu den Neuerwerbungen (online ab 20.11., 8 Uhr):

https://blog.sub.uni-hamburg.de/?p=34763