b.i.t.online 5 / 2026
EDITORIAL
Chefredakteur Dr. Rafael Ball,
Direktor der ETH-Bibliothek Zürich
Direktor der ETH-Bibliothek Zürich
Was bleibt, wenn sich alles verändert?
Kaum eine Ausgabe von b.i.t.online kommt derzeit ohne Künstliche Intelligenz aus. Das ist nicht überraschend und wurde von mir schon oft in den Editorials bemerkt. Zu grundlegend sind die Veränderungen, die KI für Informationssuche, wissenschaftliches Arbeiten, Publizieren und damit auch für Bibliotheken mit sich bringt. Und so beschäftigt sich auch diese Ausgabe, neben vielen anderen Themen mit KI-Kompetenz und neuen Bildungsaufgaben an Hochschulen.Wir sollten uns deshalb die Frage stellen, wie wir künftig mit diesem Thema umgehen möchten. Denn vielleicht ist es inzwischen nicht mehr spannender zu fragen, was KI alles verändern wird und wie wir sie in den Arbeitsalltag unserer Institutionen integrieren, sondern was Bibliotheken angesichts dieser Veränderungen eigentlich bleiben wollen.
Diese Frage zieht sich, in sehr unterschiedlichen Facetten, durch das vorliegende Heft. [mehr
]
EXPERTENGESPRÄCH
© RfII – Rat für Informationsinfrastrukturen
Prof. Dr. Petra Gehring
„Bibliotheken
an Hochschulen
sollten sich als
Profilbildner
verstehen.
an Hochschulen
sollten sich als
Profilbildner
verstehen.
”
Sagt Prof. Dr. Petra Gehring, Professorin für Philosophie und
wissenschaftliche Direktorin des Zentrums verantwortungsbewusste
Digitalisierung (ZEVEDI) des Landes Hessen und durchdenkt im
Expertengespräch mit Dr. Rafael Ball die Auswirkungen der
Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens aus der
Perspektive der auf das Arbeiten mit Publikationen angewiesenen Forschung:
„Ich fürchte, alle haben Verantwortung abgegeben. Es ist ein
Bermudadreieck der Nichtverantwortung entstanden.”
Die Verantwortung für die vermeintliche Nachgeschichte der Publikation – die Rezeption – verliere an Relevanz. Dabei sollte das Publizieren eigentlich der Beginn des Lebens einer Publikation sein, es zähle also die Frage: „Wird gelesen und was entsteht daraus?” Die präzise Wechselwahrnehmung von Forschungsergebnissen sei der Kern der intellektuellen Arbeit der Wissenschaft.
Die Verantwortung für die vermeintliche Nachgeschichte der Publikation – die Rezeption – verliere an Relevanz. Dabei sollte das Publizieren eigentlich der Beginn des Lebens einer Publikation sein, es zähle also die Frage: „Wird gelesen und was entsteht daraus?” Die präzise Wechselwahrnehmung von Forschungsergebnissen sei der Kern der intellektuellen Arbeit der Wissenschaft.

Hauptbibliothek von Pine Bluff / Polk Stanley Wilcox Architects
Ein Punkt der Neuorientierung ist die Konzentration auf
den 3D-Druck in der Organisationseinheit des Maker-Space. Dieser wurde im bibliothekarischen Bereich zuerst im Jahr 2013 in der Stadtbibliothek Köln eingerichtet. Die Bibliothek stellt fest: „Die Wahrnehmung und das Image
der Bibliothek haben sich durch den Maker-Space radikal verändert.”
Pre-conference, opened by Angelika Zirker