28. Februar 2024
  WEITERE NEWS
Aktuelles aus
L
ibrary
Essentials

In der Ausgabe 10/2023-1/2024 (Dez. 2023/Jan. 2024) lesen Sie u.a.:

  • AI Literacy in Bibliotheken und Wissenschaft
  • Bibliotheken und das Metaversum
  • Library Publishing und das Problem der Langzeitarchivierung von
    Open-Access-Publikationen
  • Gender und Sexualität in Bibliotheken
  • Entwicklungen im Bereich Open Science
    im Jahr 2023
  • Auskunfts- und Informationsdienste
    in Bibliotheken
  • Die transparente Dokumentation
    von Cultural Heritage Datasets
  • Die Rolle der Bibliotheken
    im Bereich reproduzierbarer Forschung
  • Bibliothekstrends 2023 in UK
  • Open Acces und DEAL
u.v.m.
  fachbuchjournal
Ausgabe 6 / 2023

BIOGRAFIEN
Vergessene Frauen werden sichtbar

FOTOGRAFIE
„In Lothars Bücherwelt walten magische Kräfte.“
Glamour Collection, Lothar Schirmer, Katalog einer Sammlung

WISSENSCHAFTSGESCHICHTE
Hingabe an die Sache des Wissens

MUSIK
Klaus Pringsheim aus Tokyo
Ein Wanderer zwischen den Welten

MAKE METAL SMALL AGAIN
20 Jahre Malmzeit

ASTRONOMIE
Sonne, Mond, Sterne

LANDESKUNDE
Vietnam – der aufsteigende Drache

MEDIZIN | FOTOGRAFIE
„Und ja, mein einziger Bezugspunkt
bin ich jetzt selbst“

RECHT
Stiftungsrecht und Steuerrecht I Verfassungsrecht I Medizinrecht I Strafprozessrecht

uvm

Max-Herrmann-Preis 2014 an die B. H. Breslauer Foundation

In diesem Jahr erhält die B. H. Breslauer Foundation die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird.

Der Antiquar Bernard  Breslauer (Berlin 1918 – New York 2004) ist Gründer der B. H. Breslauer Foundation. Es war ihm ein Herzensanliegen, Bibliotheken in den U.S.A. und Europa beim Kauf von Handschriften, seltenen Drucken und historischen Bucheinbänden mit seiner Stiftung zu unterstützen. Als herausragender Kenner des Metiers wusste er, dass Bibliotheken bisweilen attraktive Offerten erhalten, die sie jedoch ohne externe Unterstützung nicht annehmen könnten. Zu dem kleinen Kreis von Bibliotheken, die von der B. H. Breslauer Foundation unterstützt werden, zählt die Staatsbibliothek zu Berlin, die schon mehrfach – zuletzt beim Kauf einer mittelalterlichen Sammelhandschrift – profitierte.

Schon 1997 schenkte Bernard Breslauer der Staatsbibliothek zu Berlin das von seinem Vater Martin einst angelegte Familien- und Firmenarchiv. Berlin war seine geliebte Geburtsstadt, die er 1937 als 19-Jähriger mit seinen Eltern in Richtung England verlassen musste. Bereits 1933 hatte sich Martin Breslauer genötigt gesehen, den Freundes- und Förderverein der damaligen Preußischen Staatsbibliothek zu verlassen. Mit der Schenkung des Familienarchivs an die Staatsbibliothek zu Berlin setzte Bernard Breslauer ein Zeichen der Versöhnung. Für dieses Vertrauen und die Wertschätzung der Bibliothek gebührt ihm der tiefe Dank der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freunde der Staatsbibliothek.

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen die Historikerin und Gründerin der Mendelssohn-Gesellschaft, Cécilie Lowenthal-Hensel, der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, der Schriftsteller Günter de Bruyn sowie die Publizistin Inge Jens und der israelische Künstler Micha Ullman.

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. Bereits 1933 wurde der brillante Forscher zwangsemeritiert. In der Staatsbibliothek durfte er keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich – über siebzigjährig – am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er nach KZ Theresienstadt deportiert und starb dort nach wenigen Wochen. Im Gedenken an Max Herrmann wird der Preis am 10. Mai vergeben, jenem Tag, an dem im Jahr 1933 in unmittelbarer Nähe der Staatsbibliothek öffentlich Bücher verbrannt wurden.