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29. April 2026
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In der Ausgabe 03/2026 (April 2026) lesen Sie u.a.:

  • Nationales Kultur­erbe unter Druck: Der Stopp des DNB-Erweiterungsbaus und seine Folgen
  • Entwicklungen im Medienalltag
  • Vom Datenhype zur Datenkompetenz: Warum Data Literacy zur Kernaufgabe
    von Bibliotheken wird
  • Warum Bibliotheken bei KI, Lizenzen
    und Fair Use mitreden müssen
  • Entwicklungen für die Zukunft
    von Bibliotheken
  • Forschungsdaten als Publikationsform
  • Wie Forschende mit KI-gestützten Recherchetools arbeiten
  • KI-Erschöpfung und „Vocational Awe“
    in wissenschaftlichen Bibliotheken
  • Aufmerksamkeitskrise oder Designproblem? Was Bibliotheken aus der Debatte über Lesen und Bildschirme lernen können
  • Die Stiftsbibliothek St. Gallen:
    Ein 1.300 Jahre altes Wissensarchiv
  • Bibliotheken als Räume für Wohlbefinden
    im Gesundheitswesen
  • Das Ende eines Formats: Der Niedergang des Massenmarkt-Paperbacks
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Milliarden-Geldscheine für die Universitätsbibliothek Leipzig

Münzsammlung der UB Leipzig erhält die herausragende Sammlung
historischer Geldscheine und Wertpapiere von Prof. Hilmar Sachse

Am 10. September 2025 übergab Hilmar Sachse, ehemaliger Professor für Geschichte der politischen Ökonomie an der Sektion Wirtschafts­wissen­schaften der Universität Leipzig, seine umfangreiche Privatkollektion historischer Geldscheine und Wertpapiere an die Universitätsbibliothek (UB) Leipzig. Mehr als 5.100 Banknoten und Aktien bereichern dann den Bestand der Münzsammlung der Bibliothek, die zu den überregional bedeutenden geldgeschichtlichen Objektsammlungen in Deutschland zählt. Die Privat­sammlung Sachse umfasst Banknoten vom späten 19. Jahrhundert bis in die Euro-Zeit sowie 125 Aktien und zeichnet sich durch zahlreiche Exemplare von großer Seltenheit aus.

Foto: Universitätsbibliothek Leipzig
Reichsbanknote aus der Zeit der Hyperinflation:
1.000 Mark, überdruckt 1 Milliarde Mark, 1922

Als Leipziger Professor für Geschichte der Wirt­schafts­theorien war Hilmar Sachse (geb. 1932) schon lange numismatisch tätig: In spä­te­ren Jahren leitete er den Numismatischen Verein Leipzig e. V., dessen Vorsitz er bis 2010 wahrnahm. Das Ende seiner Universitätszeit 1991 ermöglichte es ihm auch, seine private Samm­lung zur Geldgeschichte systematisch auszubauen. So entstand in mehr als vier Jahrzehnten eine der exquisitesten Kollektionen an historischen Banknoten und Wertpapieren mit einem Umfang von mehr als 5.100 Exemplaren.

Die Sammlung Sachse bietet einen repräsentativen Überblick über die Geschichte der Banknote vom Deutschen Kaiserreich bis zur Euro-Zeit. Besondere inhaltliche Schwerpunkte sind die Epoche des Notgelds in Deutschland und Österreich ab der Zeit des Ersten Weltkriegs, als Kleingeld knapp war und Kommunen und Firmen eigene Zahlungsmittel herausgaben, um das alltägliche Bezahlen zu ermöglichen, sowie die Zeit der Hyperinflation 1922/1923 mit ihren Milliarden- und Billionen-Scheinen.

Wahrscheinlich einmalig in Umfang und Qualität ist die Dokumentation der Produktion Leipziger Banknotendruckereien, insbesondere der heute noch aktiven Giesecke und Devrient GmbH, die bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts enge Kontakte zur Münzsammlung der UB Leipzig pflegte.

Außerdem umfasst der Bestand regionale Banknoten, die für Sammler und Werbe­träger ausgegeben wurden, Geldscheine von Fantasie-Staaten sowie Höllengeld, das in Ostasien noch heute als Opfergabe für die Ahnen in Gebrauch ist. Die Sammlung wird abgerundet durch 125 Wertpapiere mit internationaler Streuung, darunter äußerst seltene Stücke aus Sachsen.

Dr. Anne Lipp, Direktorin der UB Leipzig, würdigt diese außerordentliche Schenkung: „Die Sammlung von Prof. Sachse ist eine fantastische Ergänzung unseres überregional renommierten Münzkabinetts. Papiergeld war in unserem Bestand bislang unter­repräsentiert, nun ist auch diese Phase der Geldgeschichte in der Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig prominent vertreten.

Darüber hinaus ist es ein großes Zeichen der Wertschätzung, dass unsere Münz­samm­lung von numismatischer Seite als geeignete Stelle wahrgenommen wird, um privates Sammlungsgut von überragender Bedeutung für die Allgemeinheit zu sichern und zugänglich zu machen.“

Prof. Hilmar Sachse erläutert seinen Entschluss zur Schenkung an die UB Leipzig: „Ich freue mich, dass meine Spezialsammlung in der Münzsammlung der Universi­täts­bibliothek Leipzig und damit in ‚meiner‘ Universität geschlossen erhalten bleibt. Es ist mir wichtig, dass alle meine Recherchen und Belege für künftige numismatische und wirtschaftsgeschichtliche Studien zur Verfügung stehen.“