INNOVATIV
Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
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Band 75: Denise Rudolph Band 74: Sophia Paplowski Band 73: Carmen Krause Band 72:
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22. März 2026
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Essentials

In der Ausgabe 02/2026 (März 2026) lesen Sie u.a.:

  • Seniorinnen und Senioren entdecken soziale Netzwerke – Chancen und Aufgaben für Bibliotheken
  • Chatbots im Auskunftsdienst wissenschaftlicher Bibliotheken
  • Bibliotheken unter Druck – Was der Hamburger Sparkurs über den Zustand
    des Wissenschaftssystems verrät
  • Die „Big Three“ der Wissenschaftsinformation – Web of Science, Scopus und OpenAlex im systematischen Vergleich
  • Der Strukturwandel im italienischen Buchmarkt – Lehren für Europa,
    die Leseförderung, den Buchhandel
    und Künstliche Intelligenz
  • GenAI in der Hochschulbildung –
    Wer forscht weltweit zu ChatGPT und Co.?
  • Jenseits des Akronyms –
    Wie wissenschaftliche Bibliotheken DEI
    unter politischem Druck neu verankern
  • Kann Bibliotherapie helfen, die Krisen
    der Gegenwart zu bewältigen?
  • Web-Barrierefreiheit pragmatisch umsetzen – Kleine Schritte mit großer Wirkung
  • Wenn die KI die Nachrichten auswählt, verändert sich die öffentliche Wahrnehmung
  • Zwischen Plattformökonomie und kulturellem Gedächtnis – Hat das physische Medium noch eine Zukunft?
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Dokumentenschutz mit buntem Barcode

Einfache Fälschungssicherheit für Papierdokumente und PDFs –
automatisierte Manipulationskontrolle per App

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT zeigt auf der itsa in Nürnberg eine neue Lösung zum Schutz vor Dokumentenfälschungen. Die digitalisierte Welt bietet jede Menge Betrugsmöglichkeiten, und jährlich entstehen hierdurch deutschen Unternehmen horrende Schäden. Mit der neuen DocSeal-Lösung des Fraunhofer SIT können Unternehmen und Behörden schnell und einfach digitale Unterlagen und Papierdokumente mit einem Fälschungsschutz versehen.

Dazu wird ein bunter Barcode (JAB Code) aufgedruckt, der wichtige Dokumenteninhalte und deren Platzierung im Dokument manipulationssicher festhält. Mit Hilfe einer App kann man anschließend die Dokumentenechtheit prüfen und Manipulationen automatisch erkennen. Das Besondere: Um DocSeal zu nutzen, benötigt man weder Internetzugang noch eine zentrale Datenbank. Alle nötigen Informationen sind im bunten Barcode direkt gespeichert. Die Barcode-Technologie ist ISO-standardisiert und Open Source. Entstanden ist die Lösung im Rahmen des Forschungszentrums ATHENE. Weitere Informationen unter www.sit.fraunhofer.de/docseal.

Die Digitalisierung eröffnet Betrügern und IT-Angreifern immer neue Möglichkeiten, Dokumente zu fälschen. Sie ändern zum Beispiel Kontoinformationen auf Rechnungen oder fälschen Zertifikate und Produktpässe, um Unternehmen zu schädigen. Erst kürzlich warnte das Deutsche Patent- und Markenamt vor falschen Rechnungen, die an Inhaber*innen von eingetragenen Marken geschickt werden. Aber auch Urkunden und Zeugnisse werden gefälscht, um die Bewerbungssituation zu verbessern. Die neue am Fraunhofer SIT entwickelte Lösung DocSeal vereitelt viele der gängigen Manipulationstricks – und das für Papierdokumente und digitale PDF-Dateien.

So funktioniert DocSeal

Um ein Dokument zu schützen, nutzt DocSeal einfach einen JAB Code. Dabei handelt es sich um einen bunten Barcode, der große Datenmengen speichern kann – um ein Vielfaches mehr als herkömmliche Schwarz-Weiß-Codes. Bei der Erzeugung des bunten Barcodes integriert DocSeal wichtige Dokumenteninformationen, zum Beispiel Rechnungsbeträge, IBAN-Nummern, Seriennummern und Herstellungsnachweise von Produkten oder Zeugnisnoten. Um die Informationen zu sichern, wird eine elektronische Signatur mit eingefügt, die für Fälschungssicherheit sorgt und auch eindeutig nachweist, dass das Dokument wirklich von der ausgebenden Stelle erstellt wurde.

Um ein Dokument auf Echtheit zu prüfen, muss nur noch der JAB Code mitsamt dem Dokument gescannt werden. Dafür hat das Fraunhofer-Team eine App entwickelt, die nach einer vollautomatischen Prüfung bei Fälschungen Alarm schlägt und manipulierte Stellen farblich markiert auf dem Smartphone-Bildschirm anzeigt. DocSeal funktioniert auf allen herkömmlichen Smartphones mit Kamera und mit den Browsern Firefox, Chrome, Safari und Samsung Internet Browser.

Schnell und sicher ohne Datenbank

Im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen arbeitet DocSeal sowohl bei der Markierung als auch bei der Kontrolle komplett dezentral, ohne Internetanbindung oder zentrale Datenbank. Das schützt die Daten aller Nutzenden; außerdem lässt sich die Lösung besonders leicht und kostensparsam in bestehende Prozesse einbauen und auch weltweit schnell ausrollen. Für den erfolgreichen Praxistransfer evaluiert das Fraunhofer SIT zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Einsatz solch einer Lösung bei hoheitlichen Dokumenten wie z.B. Aufenthaltstitel, Visa oder Sozialversicherungsausweise. Darüber hinaus suchen die Fraunhofer-Entwickler nach interessierten Partnern für den Test von DocSeal in verschiedenen Einsatzszenarien, auch mit höchsten Sicherheitsanforderungen.

Weiterführende Infos

DocSeal ist im Rahmen des ATHENE-Projekts JASA– JAB Codes for Secure Ad-hoc Documents entwickelt worden. Das Nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE ist das größte Forschungszentrum für Cybersicherheit und Privatsphärenschutz in Europa.

Mehr Infos zum bunten Barcode JAB Code: www.jabcode.org
Mehr Infos zu DocSeal: www.sit.fraunhofer.de/docseal
Research paper „Securing physical documents with digital signatures“
https://ieeexplore.ieee.org/document/8901807