INNOVATIV
Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
Linda Freyberg
Sabine Wolf (Hrsg.)
Band 75: Denise Rudolph Band 74: Sophia Paplowski Band 73: Carmen Krause Band 72:
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Band 71: Rahel Zoller Band 70: Sabrina Lorenz Band 69: Jennifer Hale Band 68:
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Band 67:
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27. Februar 2026
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Essentials

In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

  • Soziale Medien und Aufmerksamkeits­entwicklung bei Kindern: Neue Lang­zeitdaten zur ADHS-Risikodiskussion
  • Repositorien im Wandel: Analyse zentraler Einflussfaktoren für die nächsten Jahre
  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
    Wie unterschiedliche Altersgruppen
    Information Retrieval neu gestalten
  • Kulturerbe-Daten im Zeitalter der KI:
    Ein neues Zugangsmodell für Institutionen
  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
  • AI Librarian in Japan
  • Altersgrenzen für soziale Medien:
    Europas nächste Regulierungsdebatte
  • KI und Journalismus:
    Neue Machtverschiebungen
    im Markt für Nachrichteninhalte
  • Print ist tot, es lebe Print!
u.v.m.
  fachbuchjournal

Bibliotheken heute: zentrale Orte für Informationen,
Medienkompetenz und Austausch

Neue Aufgaben erfordern mehr Raum, Personal und politische Unterstützung

Ob Makerspace, Gaming-Lounge, Weiterbildungen im Bereich KI, Podcaststudio oder Saatgutbibliothek – die Vielfalt der Angebote von Bibliotheken ist riesig. Mit offenen Gruppenräumen, Kreativwerkstätten und Veranstaltungsräumen laden sie dazu ein, Neues auszuprobieren, sich weiterzubilden oder einfach gemeinsam Zeit zu verbringen.

Chancen für die Gesellschaft – und neue Aufgaben

So sind Bibliotheken heute Orte, an denen Integration, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt ganz praktisch gelebt werden. Sie bieten nicht nur Zugang zu Wissen und Information, sondern schaffen Räume für Begegnung, Kreativität und lebenslanges Lernen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind sie wichtige Anlaufstellen zur Leseförderung und Medienkompetenz. Gleichzeitig erhalten Seniorinnen und Senioren Unterstützung im Umgang mit digitalen Geräten und Online-Diensten sowie Räume zum Austausch.

Antje Theise, Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv), betont die gesellschaftspolitische Bedeutung von Bibliotheken: „Öffentliche Bibliotheken sind heute unverzichtbare Orte der Demokratie, Teilhabe und Integration. Sie bieten allen Menschen – unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status – die Möglichkeit, sich zu informieren, Meinungen zu bilden und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gerade in Zeiten von Desinformation und gesellschaftlicher Polarisierung sind Bibliotheken Garanten für Meinungsfreiheit, unabhängige Information und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es ist wichtiger denn je, die Freiheit und die unabhängige Arbeit der Bibliotheken zu schützen und zu stärken.“

Herausforderungen: Räume, Ressourcen und Rahmenbedingungen

Die moderne Ausrichtung der Bibliotheken stellt sie zum Teil vor große Herausforderungen. Viele Bibliotheken sind in Gebäuden untergebracht, die den Anforderungen an moderne, flexible Raumkonzepte nicht gerecht werden. Es fehlt an multifunktionalen Räumen für konzentriertes Arbeiten, kreatives Ausprobieren und gemeinschaftliche Aktivitäten. Hinzu kommen begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen, die insbesondere im ländlichen Raum den Ausbau von Angeboten und längere Öffnungszeiten erschweren. Auch die Digitalisierung stellt Bibliotheken vor große Aufgaben: Der Ausbau digitaler Services, die Anschaffung neuer Technik und die Förderung von Medienkompetenz erfordern kontinuierliche Investitionen und qualifiziertes Personal.

Auch wissenschaftliche Bibliotheken stehen vor großen Veränderungen. Die Digitalisierung der Wissenschaft und der Umgang mit großen Mengen an Forschungsdaten verändern Arbeitsaufgaben und Workflows grundlegend. Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, stellt aber auch neue Anforderungen an die Bibliotheksarbeit.

Anke Berghaus-Sprengel, Vorsitzende des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB), unterstreicht: „Wissenschaftliche Bibliotheken sind heute unverzichtbare Partner für Forschung, Lehre und Wissenschaft. Unsere Aufgabe ist es, den Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen zu erleichtern, die Validität von Autorschaften zu sichern und die Qualität des Publikationsmarktes zu bewerten. Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz verändert unsere Arbeitsabläufe und die Anforderungen an unsere Services grundlegend. Um wissenschaftliche Integrität zu gewährleisten, brauchen wir moderne Technologien, nachhaltige Finanzierung und klare rechtliche Rahmenbedingungen.“

Wünsche an die Politik: Investition in die Zukunft

Damit Bibliotheken auch in Zukunft ihre wichtige Rolle für Bildung, Wissenschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt erfüllen können, braucht es ein stärkeres politisches Bewusstsein für ihre Potentiale. Gefragt sind Investitionen in moderne Raumkonzepte, digitale Infrastruktur und qualifiziertes Personal. Zudem wünschen sich Bibliotheken eine bessere Einbindung in Stadtentwicklungsprozesse und rechtliche Anpassungen, etwa bei Öffnungszeiten, E-Lending und Forschungsdatenmanagement. Nur wenn Politik, Verwaltung und Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen, können Bibliotheken weiterhin innovative Orte für alle sein.

Der 9. Bibliothekskongress vom 24. bis 27. Juni 2025 in Bremen

Diese Anliegen stehen auch im Mittelpunkt des 9. Bibliothekskongresses. Der Bibliothekskongress ist die zentrale Fachtagung des deutschen Bibliotheks- und Informationswesens, auf der neue Produkte, Trends und Branchenneuigkeiten vorgestellt und Themen wie Künstliche Intelligenz, digitale Transformation, Fachkräftemangel, Datenkompetenz, Demokratieförderung oder Kulturerbe diskutiert werden. Erwartet werden mehr als 3.000 Teilnehmende aus rund 20 Ländern. Das Programm umfasst rund 250 Veranstaltungen, eine Firmenausstellung mit über 90 Unternehmen sowie ein Rahmenprogramm aus Führungen, Lesungen und Stadtspaziergängen. Lettland ist Partnerland des Kongresses und beteiligt sich mit eigenen Beiträgen. Weitere Informationen finden Sie hier: https://2025.bid-kongress.de/