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17. Juni 2026
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In der Ausgabe 04/2026 (Mai 2026) lesen Sie u.a.:

  • Wie verlässlich sind Metadaten für Forschungsdaten wirklich?
  • Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
  • Zwischen Bildschirmzeit, Stress und Lernverlust
  • Warum Bibliotheken im Zeitalter von KI wichtiger werden und mit einem Vertrauensparadox zu kämpfen haben
  • Schweden setzt in Schulen wieder auf Bücher
  • Warum KI-Kompetenz mehr sein muss als Toolwissen
  • Wie stark KI-Texte das Netz schon prägen
  • Open Access bringt Vorteile, aber nicht in jedem Fach auf die gleiche Weise
  • Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten
  • Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

Fachinformationsdienste:
DFG stärkt Dienstleistungen der Bibliotheken für die Wissenschaft

Neues Programm zur Weiterentwicklung der Literatur- und Informationsangebote /
Erste fünf Einrichtungen für Geistes- und Sozialwissenschaften
werden mit 6,8 Millionen Euro gefördert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet erstmals fünf „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ an wissenschaftlichen Bibliotheken ein. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG in seiner Dezember-Sitzung. Das neue Förderprogramm will die Bibliotheken in ihrer Servicerolle und mit ihren Dienstleistungen für die Wissenschaft stärken. Sie sollen mit den Fachinformationsdiensten maßgeschneiderte Angebote für einzelne Disziplinen entwickeln, indem sie die forschungsrelevanten Materialien und Ressourcen bereitstellen, die über die bibliothekarische Grundversorgung hinausgehen. Die auf dem jeweiligen Gebiet forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland sollen auf diese Weise unabhängig vom Ort ihrer Tätigkeit einen möglichst schnellen und direkten Zugriff auf Spezialliteratur und forschungsrelevante Informationen erlangen. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf dem Zugriff auf digitale Medien.

Die jetzt bewilligten ersten fünf Fachinformationsdienste werden für geistes- und sozialwissenschaftliche Disziplinen eingerichtet; in den kommenden Jahren sollen Einrichtungen für weitere Fächer folgen. Gefördert werden zunächst folgende Dienste:

  • „Fachinformationsdienst internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung“, Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz

  • „Fachinformationsdienst Kriminologie“, Universitätsbibliothek Tübingen

  • „arthistoricum.net – Fachinformationsdienst Kunst“, Universitätsbibliothek Heidelberg und Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

  • „Fachinformationsdienst Medien- und Kommunikationswissenschaft“, Universitätsbibliothek Leipzig

  • „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“, Bayerische Staatsbibliothek München

Die fünf Einrichtungen werden in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 6,8 Millionen Euro gefördert.

Die Einrichtung der „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ wird in den kommenden drei Jahren die Förderung der Sondersammelgebiete an wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland ablösen. Mit Blick auf die ersten Förderentscheidungen hebt DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider hervor: „Mit dem neuen Programm reagiert die DFG systematisch auf den gegenwärtigen Stand der Informationsversorgung. Bei der grundlegenden Umstrukturierung der Sondersammelgebiete geht es nicht darum, etwa den Begriff der Bibliothek neu zu definieren. Vielmehr passt die DFG ihre Förderfunktionen einer Gegenwart unter digitalen Vorzeichen an.“

Mit dem neuen Programm folgt die DFG ihrer 2012 verabschiedeten Positionsschrift „Die digitale Transformation weiter gestalten“. Diese fordert und beschreibt einen folgenreichen Paradigmenwechsel: Das Ziel der Förderung ist nicht mehr die Unterstützung eines möglichst vollständigen Literaturarchivs nach vorgeschriebenen Kriterien, sondern die Entwicklung von Informationsdienstleistungen unter spezieller Berücksichtigung der Forschungsinteressen der jeweiligen Fachcommunities. Für die Bibliotheken, die über sechs Jahrzehnte lang das System der Sondersammelgebiete getragen haben, ergibt sich daraus die Herausforderung, ihre Angebote in direkter Abstimmung mit der Wissenschaft zu profilieren.

Das neue Förderprogramm ermöglicht Bibliotheken, Mittel flexibler zu verwenden sowie die Dienstleistungen, die über ihre Grundaufgaben hinausgehen, im engen Dialog mit den Fachcommunities zielgerichtet weiterzuentwickeln. Damit verbindet sich die Hoffnung, auf die Veränderungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der „digitalen Revolution“ nachhaltig reagieren zu können.