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22. September 2026
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In der Ausgabe 07/2026 (September 2026) lesen Sie u.a.:

  • Je früher Kinder Social Media nutzen, desto schlechter sind ihre schulischen Leistungen
  • Wie KI-gestützte Datenkompetenz-Schulungen das Selbstvertrauen von Ingenieurstudierenden verändern
  • Wie rechtsalternative Medien
    systematisch Klimaskepsis verbreiten
  • Über 15 Mrd. Dollar für Open-Access-Gebühren an nur 14 Verlage
  • Verlage ringen um Regeln,
    während KI-Verdacht
    ganze Buchveröffentlichungen stoppt
  • Wenn ChatGPT zum Bibliothekskatalog wird
  • US-Bibliotheksverband
    veröffentlicht Leitfaden
    zum Umgang mit künstlicher Intelligenz
  • Warum viele Zeitschriftenredaktionen
    trotz Sympathie für Open Access
    bei kommerziellen Verlagen bleiben
  • Über zehntausend Paper-Mill-Artikel zurückgezogen
  • Warum KI nach Ansicht eines US-Forschers einen neuen Informationsschock auslöst
  • IFLA meldet Mitgliederwachstum
    und blickt auf ihr Jubiläumsjahr 2027
  • Warum das Ende physischer Medien
    auch Bibliotheken betrifft
  • Antiquarische Bücher werden für KI-Training gekauft und danach zerstört
u.v.m.
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2009 bis 2023

Nonsens-Artikel in der Wissenschaft

Springer und die Université Joseph Fourier haben eine Software entwickelt, die Nonsens-Artikel in der Wissenschaft entlarvt. Die neue Open-Source-Software SciDetect steht allen wissenschaftlichen Verlagen und Communities kostenfrei zur Verfügung

Springer und der Wissenschaftler Dr. Cyril Labbé von der Université Joseph Fourier in Grenoble arbeiten seit einem Jahr eng an der Entwicklung eines neuen Computerprogramms, mit dem sogenannte Fake-Papers automatisch erkannt werden können. Das neue Tool unter dem Namen SciDetect kann sofort erkennen, ob ein Text mit dem Computerprogramm SCIgen oder ähnlichen Programmen wie Mathgen oder Physgen generiert worden ist. Springer setzt die neue Software bereits in seinen internen Herstellungsabläufen ein und macht damit zusätzliche Sicherheitschecks (Fail-Safe-Checking). Springer und die französische Universität haben sich entschieden, das neue Programm unter der Lizenz GNU General Public License, Version 3.0 (GPLv3) zu entwickeln, um es auch anderen Partnern in der Wissenschaft und der Verlagsbranche zur Verfügung zu stellen.

SciDetect scannt Dokumente im XML- und PDF-Format und vergleicht sie mit einem Set an Artikeln, das mit dem Fälschungsprogramm erstellt worden ist. Das neue Programm zeigt an, wenn der gesamte Text oder Teile davon automatisch generiert worden sind. SciDetect ist in der Lage, innerhalb leicht anzupassender Empfindlichkeitsschwellen auffällige Textmuster zu erkennen. Das Tool ist so flexibel entwickelt, dass es sich sehr schnell an neue Methoden einer automatischen Generierung von Nonsens- oder Zufallstexten anpassen kann.

„Die neue Software, die Tien Nguyen aus dem Doktoranden-Team von Dr. Labbé entwickelt hat, ist ein wertvoller Baustein für die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens. Es kann uns helfen, dafür zu sorgen, dass unfaire und betrügerische Methoden im Publikationsprozess aufgedeckt werden. Wir glauben an die Integrität unserer Autoren und sehen uns verpflichtet, dieses ethische Prinzip in der Wissenschaft zu verteidigen. Daher haben wir uns entschlossen, dieses Tool auch unseren Partnern zur Verfügung zu stellen“, erläutert Dr. Hubertus von Riedesel, Executive Vice President Physical Sciences and Engineering, Springer.

“Eine Software kann zwar nicht Peer Review oder wissenschaftliche Begutachtung ersetzen, mit SciDetect haben Verlage allerdings jetzt ein zusätzliches Instrument, das ihnen hilft, Betrug aufzudecken und unsinnige Fachartikel zu entlarven“, sagt Dr. Cyril Labbé, der seit einem Jahr eng mit Springer zusammenarbeitet. „Das neue Programm kann eine große Textmenge scannen und gibt den Verlagen zusätzliche Sicherheit über die Zuverlässigkeit und Qualität des angenommenen Beitrags. Bei Springer hilft die neue Software bereits bei der Auswertung bevor der Artikel in Herstellung geht. Wir haben mit Springer bisher sehr produktiv kooperiert und freuen uns, auch weiterhin gemeinsam an einer ständigen Optimierung der Software zu arbeiten.“

Im Februar 2014 hatte Springer erfahren, dass 18 seiner veröffentlichten Artikel von dem Fälschungsprogramm SCIgen erstellt worden waren. Dieses Programm hatte wissenschaftliche Nonsens- oder Fake-Texte generiert, die dann als vermeintliche Konferenzvorträge im Bereich Computerwissenschaften oder Technik eingereicht wurden. Als dies bekannt wurde, hat sich Springer sofort an den französischen Wissenschaftler gewandt, der als Experte im Umgang mit solchen Programmen gilt. Daraus ging eine enge Zusammenarbeit hervor, bei der Springer eine Doktorandenstelle im Team von Dr. Labbé finanziert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen neue Schutz- und Abwehrmechanismen gegen SCIgen-ähnliche Programme entwickelt werden.

www.springer.com