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18. Juli 2026
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In der Ausgabe 05/2026 (Juni/Juli 2026) lesen Sie u.a.:

  • Bürgerforum fordert mehr Medienbildung, Plattformregeln und lokale Öffentlichkeit
  • Jugendliche wollen besseren Schutz, aber keine einfachen Social-Media-Verbote
  • Digitale Langzeit­archi­vierung braucht klare Regeln
  • KI-Chatbots werden Teil der wissenschaftlichen Informationssuche
  • Offene Infrastrukturen für
    wissenschaftliche Informationssysteme
  • Warum die Debatte über KI-Texte
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  • Lesen als Grundlage
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  • Erfundene Quellen
  • US-Bibliotheken neue Lieferwege
  • Warum Hardcover mehr sind
    als schöne Schutzumschläge
  • Lesen auf Papier oder auf dem Bildschirm?
  • Bibliotheksverbände fordern neue
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2009 bis 2023

412 Jahre alt: Eine seltene Lutherbibel bereichert
die Badische Landesbibliothek

Dank der großzügigen Schenkung einer Karlsruher Bürgerin hat die Badische Landesbibliothek eine seltene Lutherbibel erhalten. Sie wurde 1614 in der freien Reichsstadt Goslar gedruckt und war zur Verbreitung im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg bestimmt. Das wohlerhaltene Exemplar kam 1979 als Erbstück aus Berlin nach Baden. Großformatig und in Leder gebunden ist es eine eindrucksvolle Erscheinung – und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, denn es wurde nicht nur mehrfach „renoviert“, wie Eintragungen dokumentieren, sondern auch fleißig gelesen: 1644 notierte jemand täglich seine Lektürefortschritte mit Tinte an den Seitenrändern.

© Fotoquelle: Badische Landesbibliothek
 Biblia deutsch, Titel aufgeschlagen.
 Goslar: Vogt, 1614. BLB: 126 C 3 R

Hergestellt wurde die Bibel in der Werkstatt von Johann Vogt, der seit 1604 in Gos­lar tätig war. Die Stadt am Harz verfügte mit dem Silber­berg­bau über einen florierenden Wirtschaftszweig und bot ihm offenbar genug Möglichkeiten für eine günstige Geschäfts­entwicklung. Er unterhielt dort einen größeren Betrieb mit vier Druckerpressen samt Schriftgießerei und beschäf­tigte zeitweise 20 Mitarbeiter.

Mittig auf dem Titelblatt prangt eine große Stadtansicht von Goslar. Und „den ehrenvesten, acht-baren, hochgelahrten Herren der Stadt“ hat Vogt seine Bibel auch gewidmet. Im Text finden sich weitere 150 Illustrationen. Aufgrund eines Martin Luther zugeschriebenen Verdikts ist allerdings nur das Alte Testament bebildert. Dafür wurden Holzstöcke von einer früheren, kleinformatigen Bibelausgabe wiederverwendet. Um den Leerraum auszufüllen, sind sie mit breiten Zierleisten umrahmt, die die Bildszenen geradezu erdrücken.

Der Bibeltext ist mit Summarien angereichert. Sie bringen die Erzählung auf den Punkt und erklä-ren dem Leser den Zusammenhang. Diese Belehrungen sollten dem Leser helfen, lenkten aber natürlich auch sein Textverständnis. Insofern waren die Summarien verschiedener Theologen im konfessionellen Zeitalter unterschiedlich erfolgreich. Die Summarien von Veit Dietrich galten als besonders verlässlich, denn der Verfasser war ab 1523 eine Art persönlicher Referent Luthers ge-wesen und bürgte für ein besonders exaktes Verständnis des Luthertextes.

https://www.blb-karlsruhe.de/blblog/artikel/412-jahre-alt-die-goslarer-lutherbibel