INNOVATIV
Band 79: Janet Wagner Band 78: Philip Franklin Orr Band 77: Carina Dony Band 76:
Linda Freyberg
Sabine Wolf (Hrsg.)
Band 75: Denise Rudolph Band 74: Sophia Paplowski Band 73: Carmen Krause Band 72:
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Band 71: Rahel Zoller Band 70: Sabrina Lorenz Band 69: Jennifer Hale Band 68:
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Band 67:
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23. Oktober 2026
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In der Ausgabe 08/2026 (Oktober 2026) lesen Sie u.a.:

  • Mehrheit der Jugendlichen befürwortet Social-Media-Verbot
  • Zwischen Überforderung und Verantwortung:
    Was Eltern über die digitale Welt ihrer Kinder wissen und was nicht
  • Der Informationsschock und
    die Zukunft des Bibliotheksberufs
  • Tim Coates analysiert 15 Jahre
    IMLS-Daten zu US-amerikanischen öffentlichen Bibliotheken
  • Was der Clarivate-Bericht 2026 über
    den KI-Stand in Bibliotheken verrät
  • Wie öffentliche Bibliotheken in den USA
    und Kanada mit KI-Policies umgehen
  • Schadet das digitale Ausleihen von Bibliotheken dem Buchmarkt?
  • PEN America dokumentiert eskalierende Zensur in US-amerikanischen
    öffentlichen Bibliotheken
  • Wie sich das Publikationsverhalten wissenschaftlicher Bibliothekar:innen wandelt
  • US-Hochschulbibliotheken fördern zunehmend das Wohlbefinden
    von Studierenden
  • Klage gegen Elsevier auf Rückzug einer Studie geht in Richtung Gerichtsverhandlung
  • Unabhängige Buchläden in Hongkong
u.v.m.
  fachbuchjournal
2009 bis 2023

JFF fordert:
Informationskompetenz muss fester Bestandteil von Bildung werden

Zum Internationalen Tag des Zugangs zu Information am 28. September macht das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis deutlich: Der Zugang zu Informationen allein reicht nicht aus. Kinder und Jugendliche müssen auch dabei unterstützt werden, Quellen einzuordnen, Desinformation zu erkennen und sich selbstbestimmt eine Meinung zu bilden.

– Informationen sind heute nahezu jederzeit verfügbar. Gleichzeitig wird es schwieriger, ihre Herkunft, Vertrauenswürdigkeit und Absicht zu beurteilen. Inhalte aus sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und KI-Anwendungen stehen oft gleichberechtigt nebeneinander – unabhängig davon, ob sie journalistisch recherchiert, interessengeleitet, manipuliert oder vollständig erfunden sind.

Anlässlich des Internationalen Tages des Zugangs zu Information fordert das JFF – Institut für Medienpädagogik deshalb, Informations- und Nachrichtenkompetenz dauerhaft in Schule, Jugendarbeit und Familienbildung zu verankern.

„Wer Zugang zu Informationen hat, aber ihre Verlässlichkeit kaum beurteilen kann, kann nicht gleichberechtigt am gesellschaftlichen und demokratischen Leben teilhaben. Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie Fragen stellen können, lernen Quellen zu prüfen und die Mechanismen digitaler Öffentlichkeit zu verstehen. Mit dieser Aufgabe dürfen die jungen Menschen und ihre Familien nicht allein gelassen werden“, sagt Dr. Susanne Eggert, Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik.

Informationskompetenz bedeutet heute weit mehr, als Fakten von Falschmeldungen unterscheiden zu können. Junge Menschen müssen unter anderem verstehen, nach welchen Kriterien Plattformen Inhalte auswählen, wie emotionale und polarisierende Beiträge Aufmerksamkeit erzeugen und welche Interessen hinter Informationen stehen können. Mit generativer Künstlicher Intelligenz kommen neue Herausforderungen hinzu: Texte, Bilder, Stimmen und Videos lassen sich immer leichter überzeugend verändern oder vollständig künstlich erzeugen.

Das JFF formuliert daher drei zentrale Forderungen:

1. Informations- und Nachrichtenkompetenz
muss kontinuierlich gefördert werden.

Einzelne Projekttage reichen nicht aus. Die kritische und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit digitalen Informationen muss dauerhaft in schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden.

2. Pädagogische Fachkräfte brauchen Zeit, Qualifizierung
und medienpädagogisch geprüfte Materialien.

Lehrkräfte sowie Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit müssen aktuelle digitale Entwicklungen einordnen und gemeinsam mit jungen Menschen bearbeiten können. Dafür benötigen sie regelmäßige Fortbildungen, praxistaugliche Methoden und ausreichende Ressourcen.

3. Die Perspektiven junger Menschen müssen einbezogen werden.
Medienpädagogische Angebote sollten an den tatsächlichen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen ansetzen. Statt ihnen pauschal Leichtgläubigkeit oder einen unkritischen Medienumgang zu unterstellen, gilt es, ihre Fragen, Strategien und Unsicherheiten ernst zu nehmen.

„Medienkompetenz darf nicht nur als Schutz vor problematischen Inhalten verstanden werden“, betont Eggert. „Sie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass junge Menschen ihre Rechte wahrnehmen, sich eine eigene Meinung bilden und digitale Öffentlichkeiten aktiv mitgestalten können.“

Das JFF beschäftigt sich in Forschung und pädagogischer Praxis mit Desinformation, Künstlicher Intelligenz, Jugendmedienschutz und politischer Medienbildung. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen, Familien sowie pädagogischen Fachkräften entwickelt und erprobt das Institut Ansätze für einen souveränen, kritischen und kreativen Umgang mit digitalen Medien.

www.jff.de und https://demokratie.jff.de