19. Mai 2022
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ibrary
Essentials

In der Ausgabe 3/2022 (Mai 2022) lesen Sie u.a.:

  • Bücherverbote und Bedrohungen nehmen in US-Bib­lio­theken rasant zu
  • Ukraine-Krieg verstärkt Informationsbedürfnis und erhöht die Sorge vor Cyberangriffen?
  • Die Auswirkungen von nicht-linearen Texten, Hyperlinks und oberflächlichem Lesen auf das Textverständnis
  • Mobiltechnologie und ihre Folgen für den Lärmpegel in wissenschaftlichen Bibliotheken
  • KI: immer schneller, besser und kostengünstiger, aber ethische Bedenken nehmen ebenfalls zu
  • Mögliche Folgen der KI auf die Bibliotheksarbeit
  • Studie zu Predatory Journals und Konferenzen: kein marginales Thema
u.v.m.
  fachbuchjournal
Ausgabe 2 / 2022

BUCHWISSEN­SCHAFTEN
Bedroht! Geschichte der Zerstörung und Bewahrung des Wissens

RECHT
Juristen jüdischer Herkunft | Betriebs­verfassungsgesetz | Insolvenzrecht | Zivilprozessrecht| Arbeitsrecht | Bürgerliches Recht

LANDESKUNDE
Russland und Zentralasien | Türkei | Japan | Iran | Bangladesch

MEDIZIN | GESUNDHEIT
Ernährungspolitik. Lebensmittellobby

uvm

Der digitale Wandel – und seine Folgen für die Gesellschaft

Autonomie, Wissen und Partizipation sind Schlüsselbegriffe des neuen Forschungsverbunds mit acht universitären und außeruniversitären Einrichtungen aus ganz Baden-Württemberg – Land fördert mit 2,1 Millionen Euro.

Bei der Digitalisierung stehen derzeit technische Fragen wie autonomes Fahren, die Verwendung von Sensoren in Geräten des täglichen Lebens oder der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Vordergrund. Für eine erfolgreiche Digitalisierung gilt es aber auch, die Auswirkungen solcher Neuerungen auf den Einzelnen und auf die Gesellschaft insgesamt in den Blick zu nehmen. Das soll ein neuer landesweiter Forschungsverbund leisten, zu dem sich das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Mannheim, die koordiniert, die Universität Tübingen sowie fünf außeruniversitäre Partner zusammengeschlossen haben. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert das Projekt „Gesellschaft im Digitalen Wandel“ mit mehr als 2,1 Millionen Euro für die Dauer von drei Jahren.

Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für System- und Innova-tionsforschung (ISI), das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), ZEW – Leibniz- Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS).

„In dem Verbund schließen sich exzellente Forschungsinstitutionen in Baden-Württemberg zusammen, um wissenschaftlich fundiertes Orientierungswissen für uns alle zu genieren. Das KIT ist mit seiner umfangreichen Expertise in den Bereichen der Technikfolgenabschätzung und Informatik ein idealer Partner in dem hochkarätigen Forschungsverbund. Die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen wird bereits gelebt – so können die gesellschaftlichen Themen der Digitalisierung gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen werden“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

„Zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen, ist das erklärte Ziel des KIT“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Der digitale Wandel – mit seinen Auswirkungen in allen gesellschaftlichen Teilbereichen – ist vielleicht die größte dieser Herausforderungen und gleichzeitig eine enorm wichtige Aufgabe. Denn letztendlich geht es darum, sicherzustellen, dass die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen die möglichen Risiken überwiegen“, so Hanselka.

Der Forschungsverbund will den Einfluss der Digitalisierung auf Mensch und Gesellschaft identifizieren und interdisziplinär analysieren, um daraus Gestaltungsoptionen zu entwickeln. „Wir sprechen hier vom sozio-technischen Wandel, weil sich das gegenseitig bedingt: Gesellschaftlicher Wandel beeinflusst die technischen Entwicklungen und umgekehrt“, erläutert Michael Decker, Professor für Technikfolgenabschätzung und Leiter des Bereichs Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft des KIT. In Baden-Württemberg wird dieser Wandel von hochrangigen wissenschaftlichen Einrichtungen der Geistes-, Sozial-, Rechts-, Wirtschafts-, Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Ethik und der Informatik sowie der interdisziplinären Technikbewertung erforscht. „Diese Expertise bringen wir zusammen, um interdisziplinäres Orientierungswissen und entsprechende Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des Wandels zu erarbeiten“, so Decker.

Der enge Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern ist dabei ein zentrales Element der Forschung, um gesellschaftlich wünschenswerte Handlungsoptionen identifizieren zu können. Hier spielt das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) eine besondere Rolle, das sowohl dauerhaft in der Ausstellung als auch in unterschiedlichsten Begegnungsformaten diesen Dialog für den Forschungsverbund herstellt.