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24. Januar 2026
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In der Ausgabe 10/202501/2026 (Dezember – Januar 2025–2026) lesen Sie u.a.:

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  • Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind
  • Synergien von KI-Chat und Suche:
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  • Jugendliche, soziale Medien und KI-Chatbots: Digitale Nutzungsrealitäten 2025
  • Buchclubs als unterschätzte Brücke zwischen Campusleben und Bibliothek: Neue Impulse aus US-Hochschulbibliotheken
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Hochschulen wollen der „Wissenschaft ein Zentrum“ geben

Zukunftsworkshop für eine gemeinsame Bibliothek am Standort Stuttgart Stadtmitte

Ein Zukunftsworkshop an der Universitätsbibliothek Stuttgart entwirft die Vision einer gemeinsamen Bibliothek für die Stuttgarter Hochschulen am Standort Stadtmitte. Unter einem Dach sollen die bisher getrennten Bibliotheken der Universität, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Hochschule der Technik (HFT), erweitert um viele zeitgemäße Funktionen moderner Gedächtniseinrichtungen, zum sogenannten Campus-HUB vereint werden.

Der Workshop am 15. März 2024 in der Universitätsbibliothek führte Akteure aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen. Diskutiert wurde ein Konzept zur organisatorischen und architektonischen Neugestaltung der Universitätsbibliothek. Notwendig ist diese Neugestaltung, da das in die Jahre gekommene denkmalgeschützte Gebäude nach einem Kabelbrand nur noch eingeschränkt nutzbar ist und dringend saniert werden muss. Campus-HUB steht dabei für Campus Hochschul- und Universitäts-Bibliothek.

Getrennte Bibliotheken in einem Gebäude vereinen

Die Idee, welche Prorektorin Simone Rehm in ihrem Grußwort und der Direktor der UB Helge Steenweg in seinem Eingangsstatement skizzieren, ist so einfach wie faszinierend: Drei nahe gelegene Hochschulen vereinen ihre bisher getrennten Bibliotheken in einem Gebäude, um mit gemeinsamen Kräften ein modernes Wissenschaftszentrum zu schaffen. Damit werden an einem zentralen Ort in Stuttgart innovative Lernräume zur Verfügung stehen sowie Forschungsergebnisse und -materialien gespeichert und genutzt – analog, digital und räumlich vernetzt. Hier können Tagungen, wissenschaftliche Fortbildungen und öffentliche Veranstaltungen stattfinden, Menschen, Projekte und Objekte aufeinandertreffen: Ein Zentrum an dem Wissen generiert, diskutiert, modifiziert, ausgestellt und erprobt wird, ein Schaufenster der Hochschulen für Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer.

Angeregt von drei Impulsvorträgen, die die aktuellen Entwicklungen bei Bau und Organisation von Gedächtniseinrichtungen thematisierten, formulierten die teilnehmenden Institutionen ihre Erwartungen für die Entscheidungsgremien und diskutierten zum Teil kontrovers die Realisierungsmöglichkeiten. Diese sind ohne größere bauliche Entwicklungsmaßnahmen im Stadtgartenumfeld nicht möglich.

Grundsätzliche Einigkeit herrschte bei der von der Vorsitzenden der verfassten Studierendenschaft vorgetragenen Position. Anna Dannecker stellte angesichts der aktuellen Situation einer weitgehend geschlossenen Bibliothek fest: „Die derzeit angebotenen Lernplätze funktionieren nicht, weil der direkte Zugang zum Buch und die Atmosphäre eines Lesesaals fehlen.“ Dies bestätigte auch Julia Bergmann, Beraterin für Informations- und Wissensvermittlung aus Bremen: „Menschen suchen die Bibliothek auf, um dort in Gemeinschaft Gleichgesinnter ‚zu leiden‘. Man verabredet sich, in die Bibliothek zu gehen wie ‚wir gehen alle zusammen ins Gym‘. So kommen viele besser ins Arbeiten.“ Unter der Losung „Lernräume sind Werkzeuge des Denkens“ zeige sich dabei, dass ein „Data Laboratory“ heute ebenso selbstverständlich zu einer Bibliothek gehöre wie einst der Handschriftenlesesaal.

Mehrwert für die Stuttgarter Wissenschaftslandschaft

Auch die vom Rektor der Universität Stuttgart, Wolfram Ressel, formulierte Hoffnung, dass die Synergieeffekte durch die Zusammenlegung der Bibliotheken und Gedächtnisinstitutionen der drei Hochschulen einen Mehrwert für die Stuttgarter Wissenschaftslandschaft bedeuten, stieß auf Zustimmung bei den Rektorinnen der HFT und der DHBW Stuttgart, Katja Rade und Beate Sieger-Hanus. Insbesondere Beate Sieger-Hanus, deren Einrichtung auf zahlreiche Standorte in der Innenstadt verteilt ist, betonte die Notwendigkeit eines geistigen Zentrums der Hochschulen, und Katja Rade formulierte: „Es geht um eine Verbesserung der räumlichen Situation insbesondere für die Studierenden und neue innovative Lernräume, nicht so sehr um die Einsparung von Flächen und Ressourcen“.

Klärung bedarf die Frage, wie und ob eine vollständige Realisierung der Campus-HUB-Pläne mit einem zusätzlich benötigten Raumvolumen in absehbarer Zeit verwirklicht werden kann. Insbesondere die Bezirksvorsteherin des Bezirks Stuttgart Mitte, Veronika Kienzle, betonte die Funktion des Stadtgartens als Erholungsraum und grüne Lunge in der Innenstadt. Einigkeit herrschte darüber, dass das zusätzliche Bauvolumen durch Flächeneinsparungen und -umnutzungen an anderer Stelle erbracht werden müsse. Zudem dürfe die notwendige Sanierung der Universitätsbibliothek auf dem Campus Stadtmitte durch die weitreichenden Pläne nicht verzögert werden. Deutlich wurde, dass eine gemeinsame Einrichtung der drei Hochschulen im Bestandsgebäude der Universitätsbibliothek allein nicht zu verwirklichen sein wird. Zunächst stehen die Bemessung der benötigten Flächen und die Planung der Sanierung des Bestandsgebäudes durch das Universitätsbauamt an, damit die benötigten Sanierungsmittel durch das Land möglichst bald bereitgestellt werden können.

Projektwebsite: https://c-hub.ub.uni-stuttgart.de/

Universität Stuttgart
Universitätsbibliothek
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direktion@ub.uni-stuttgart.de

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