b.i.t.online 3 / 2026
EDITORIAL
Chefredakteur Dr. Rafael Ball,
Direktor der ETH-Bibliothek Zürich
Direktor der ETH-Bibliothek Zürich
Und auch diesmal wieder KI.
Aber mit Führung und strategischem Management!
Künstliche Intelligenz ist längst kein Randthema bibliothekarischer
Debatten mehr. Sie steht vielmehr im Zentrum strategischer, technischer
und kultureller Fragen, mit denen sich Bibliotheken heute
auseinandersetzen müssen.
In der vorliegenden Ausgabe zeigt sich das besonders deutlich an zwei Aussagen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen:
„Die globale Pause wird kaum kommen. Wer anhält, verliert Vorsprung. Wer heimlich weitertrainiert, gewinnt.” (Steffen Meier: Träumen Roboter von elektrischen Schafen?) und: „Wer nicht auf die KI-Bremse tritt, leistet sich eine teure Wette auf die Zukunft.” (Nachrichtenbeitrag von Stephan Holländer).
Doch beide Aussagen sind richtig, denn die Diskussion um KI in Bibliotheken bewegt sich nicht einfach zwischen Fortschritt und Verweigerung. Sie bewegt sich zwischen Geschwindigkeit und Verantwortung, zwischen Experiment und Strategie, zwischen
Neugier und institutioneller Vorsicht. [mehr
]
IN EIGENER SACHE
EXPERTENGESPRÄCH
FACHBEITRÄGE
CORNER
Von Bücherschändern, Bücherdieben
und Verbrechen aus Bücherleidenschaft

– Teil 8 –
Erlesenes von Georg Ruppelt
Aus der Amerika-Gedenkbibliothek zu Berlin war 1989/90 zu hören, wie sie nach dem Fall der Mauer von Ostberliner Lesern geradezu gestürmt wurde. Darunter befand sich auch eine Anzahl von Benutzern aus dem Osten der Stadt, die Bücher zurückbrachten, die sie vor dem Mauerbau, also fast 30 Jahre zuvor, ausgeliehen hatten.
Libri, der gelehrte Büchernarr und Spitzbube, war, als er seine größten Raubzüge durchführte, Vorsitzender einer Bibliothekskommission. Damit kommen wir auf eine
Berufsgruppe zu sprechen, die, wie Theologen, ebenfalls besonders anfällig für Bücherdiebstahl war – sei er aus Bücherleidenschaft, sei er aus Habgier begangen. Gemeint sind die Bibliothekare, für die der Umgang mit
Büchern die Grundlage ihrer Existenz darstellt.
Der besondere Fall eines Bibliotheksdirektors, der verurteilt wurde, nicht weil er Bücher stahl, sondern der von ihm geleiteten Bibliothek Bücher zuführte, ereignete sich in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts an einer berühmten norddeutschen Bibliothek. Dieser gelehrte Kollege nämlich verkaufte Bücher aus dem eigenen Besitz, von denen er meinte, dass sie zum Bestand der Bibliothek gehören sollten, an sich selbst in seiner Eigenschaft als Bibliotheksdirektor.
Der besondere Fall eines Bibliotheksdirektors, der verurteilt wurde, nicht weil er Bücher stahl, sondern der von ihm geleiteten Bibliothek Bücher zuführte, ereignete sich in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts an einer berühmten norddeutschen Bibliothek. Dieser gelehrte Kollege nämlich verkaufte Bücher aus dem eigenen Besitz, von denen er meinte, dass sie zum Bestand der Bibliothek gehören sollten, an sich selbst in seiner Eigenschaft als Bibliotheksdirektor.
NACHRICHTENBEITRÄGE
MEINUNG
Zum Forschungsdatengesetz (FDG):
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woerterbuchdefinition-des-wortes_20988783.htm
Weichenstellung für eine moderne
Forschungsdatenpolitik –
Status Quo und Einordnung

Annette Strauch-Davey
2026 wird zu einem Wendepunkt für die deutsche Forschungsdateninfrastruktur.
Der Referentenentwurf zum Forschungsdatengesetz (FDG) ist veröffentlicht und der
Kabinettsbeschluss in Arbeit. Mit dem geplanten FDG, der Weiterentwicklung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFD) und dem Aufbau europäischer Datenräume entscheidet sich, wie verlässlich Forschung künftig weiterarbeiten kann.

Direktor der ETH-Bibliothek und Chefredakteur von b.i.t.online, Dr. Rafael Ball (l.), und Andreas Rippberger, Inhaber und Gründer der SGBI GmbH.
Regal mit den Gegenständen der Bibliothek der Dinge im Goethe-Institut Bangkok 2018.
von links nach rechts: Stefan Gebhardt, Pauline Aldenhövel, Laura Meier,
Dr. Martin Spenger
v.l.n.r.: Der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Christoph Möllers, die Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes, Antje Theise sowie Peter Kraus vom Cleff,
Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels,
moderiert von der Journalistin Vivian Perkovic, ganz links.