23. November 2020

b.i.t.online   3 / 2018
Fachbeiträge

„Data Curation” als Leitbegriff für eine neue Facette
im bibliothekarischen Berufsbild

Reinhard Altenhöner
Das Management von Forschungsdaten und die Sicherung ihrer dauerhaften Verfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg von der ersten Planung bis hin zur Nutzung durch andere wird zunehmend als eine wichtige Aufgabe auch von Bibliotheken verstanden. Dieser Anspruch wird auch im Papier „Wissen-
schaftliche Bibliotheken 2025“ der Sektion 4 des dbv deutlich, das den Bibliotheken in Kooperation mit anderen Trägern der Informationsinfrastruktur eine dezidierte Aufgabe zuweist. Über den genauen Zuschnitt dieser Aufgabe und das inhaltliche Profil in einem Kooperationsgefüge bestehen allerdings noch Unsicherheiten.

Die TIB Labs: Eine Plattform für experimentelle digitale Dienstleistungen,
Prototypen und Beta-Versionen der Technischen Informationsbibliothek

Felix Saurbier mit Bastian Drees, Alexandra Garatzogianni, Angelina Kraft und Lucia Sohmen
Mit dem Übergang zu einer digitalen Informations- und Wissens- gesellschaft stehen wissenschaftliche Bibliotheken vor großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle Bibliotheken künftig spielen werden und was ihre
Kernaufgaben und -kompetenzen ausmachen wird. Fest steht, dass das traditionelle Leistungsangebot zunehmend in Frage gestellt wird und Bibliotheken in Zukunft zusätzliche Aufgaben übernehmen und neue Kompetenzen entwickeln müssen.

Handschriftenerkennung für historische Schriften. Die Transkribus Plattform

Günter Mühlberger und Tamara Terbul
Maschinenlernende Verfahren benötigen Daten – und je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser die Ergebnisse. Im Fall historischer Schriften sind das korrekte Transkriptionen und die dazugehörigen Bildausschnitte einer einzelnen Zeile.
   Diese Trainingsdaten zentral zu sammeln und neue Modelle auf den aggregierten Daten zu generieren, um diese Modelle dann wieder anderen Benutzern zur Verfügung stellen zu können, das war der Grundgedanke bei der Konzeption der Transkribus Plattform.
   Denn obwohl alle Dokumente in Transkribus grundsätzlich
privat sind und nur für den jeweiligen Benutzer, der die Daten ins System eingebracht hat, sichtbar sind, können doch die daraus generierten Modelle bedenkenlos geteilt werden.+
   Mehr als 10.000 Benutzer aus der ganzen Welt haben sich bereits in der Plattform registriert – und mehr als 400 verschiedene Handschriftenmodelle wurden schon in den unterschiedlichsten Sprachen und Alphabeten trainiert. Im dritten Jahr der Plattform werden die in der Plattform erzielten Netzwerkeffekte nun erstmals sichtbar.

Open Source Software in Bibliotheken –
von Produkten zu flexiblen Infrastrukturen (Teil 2)

Jens Wonke-Stehle und Matthias Finck
Bei der Nutzung von Open Source Software in Bibliotheken ist seit einiger Zeit der Trend zu erkennen, dass sich die Software- landschaften von der Produktorientierung zur Infrastruktur- orientierung entwickeln – siehe Teil 1 des Beitrags.
   Ein technologisches Beispiel für diese Wandlung sind bibliotheksspezifische Entwicklungen im TYPO3-Umfeld. Im Laufe der Zeit entstehen immer mehr bibliotheksspezifische Erweiterungen,
die die Benutzungsschnittstellen früherer Systeme ersetzen. So übernimmt z.B. die Extension Kitodo.Publication weitestgehend die Funktionalität des redaktionellen Backends eines Dokumenten- servers, während wahlweise Kitodo.Presentation oder TYPO3 Find in der Darstellung der Objekte zum Einsatz kommen. Große Teile der Benutzungsschnittstelle bzw. der Verwaltungs-/Redaktionsschicht werden von TYPO3 abgedeckt.