21. März 2019

b.i.t.online   6 / 2018
Frankfurter Buchmesse

Plan S schreckt die Wissenschaftsverlage nun endgültig auf

Bericht von der Frankfurter Buchmesse, 10.-14. Okt. 2018

Vera Münch
70 Jahre Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen parallel zur 70. Frankfurter Buchmesse, die vom 10. bis 14. Oktober 2018 stattfand, gaben den Anlass für die Menschenrechtskampagne „ON THE SAME PAGE”. Frauenrechte, durch die #meToo-Bewegung ins internationale Scheinwerferlicht katapultiert, fanden von der Eröffnungspressekonferenz über die Talkreihe „Streiterinnen” bis ins stadtweit inszenierte „Bookfest” ein breites Forum. „Plan S” mit dazugehöriger „cOAlition S” nationaler Forschungsförderer sorgte
in der Wissenschaftshalle 4.2. für ernste Diskussionen und erhebliche Besorgnis. Brexit, Trump, Erdogan, die rechten Verlage auf der Messe und ein Zeitgeist, der ein Buch mit dem Titel „Die subtile Kunst des darauf Scheißens” an die Spitze internationaler Bestsellerlisten spült, taten ein Übriges. Von der Leichtigkeit des bunten Treibens vieler früherer Jahre war auf der Buchmesse 2018 nichts mehr zu spüren. 285.000 Besucherinnen und Besucher und 7.503 Ausstellende aus 109 Ländern trafen sich in Frankfurt.

b.i.t.online Sofa 2018 auf der Frankfurter Buchmesse

Helga Bergmann und Vera Münch berichten
Um die Probleme der Zeit zu lösen, braucht es den Dialog. Wie wichtig das intensive Gespräch zwischen allen am wissenschaft- lichen Publizieren Beteiligten gerade jetzt ist, führten die von b.i.t.online, Library Essentials und fachbuchjournal seit zwölf Jahren auf der Frankfurter Buchmesse angebotenen Podiumsdiskussionen in diesem Jahr ganz besonders vor Augen. Die Veranstaltungen auf der Academic & Business Information Stage in Halle 4.2 stießen bei Bibliotheken, Verlagen, Wissenschaft und Dienstleistern auf großes Interesse.
Am Mittwoch, 10. Oktober behandelte das b.i.t.Sofa Update das heiße Thema „Open Access – (k)eine Rolle für das Buch?”. Bei der Veranstaltung am 11. Oktober ging es unter der Überschrift b.i.t.Sofa News um die Frage „DEAL CH – Ist die Kopie besser als das Original?” (die Diskutierenden auf dem Podium kamen natürlich auch an Plan S nicht vorbei). b.i.t.Sofa Aktuell am Freitag, den 12. Oktober eruierte „Was tun gegen Fake Konferenzen und Raubverlage?”. Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI) organisiert.