26. November 2020

b.i.t.online   5 / 2019
Fachbeiträge

„Lucebro”
Pilotprojekt zum Einsatz Künstlicher Intelligenz
in der täglichen Kommunikation mit Bibliotheksnutzenden

Benjamin Flämig
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein aktuell kontrovers diskutiertes Thema – kein Wunder, werden doch mit dem Terminus ebenso positive wie vielleicht auch abschreckende Beispiele assoziiert. Neben Robotik, Sprachassistenten, Augmented (AR) und Virtual Reality (VR) sind KI-basierte Softwarelösungen ein nicht mehr wegzudenkender Trend des digitalen Wandels. Um diesen nicht nur aus der kritischen Distanz zu beobachten, sondern aktiv für die Bibliothekswelt mitzugestalten, aus eigener Erfahrung zu lernen
und um diese Erkenntnisse mit allen Interessierten zu teilen, hat die Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) Luzern vom 8. April bis 8. Juli 2019 ein Pilotprojekt durchgeführt. Grundlegendes Ziel des Tests war es herauszufinden, ob und wie sich eine KI in der täglichen Kommunikation mit Bibliotheksnutzenden einsetzen lassen könnte. Ist die Kritik berechtigt oder lässt sich eine solche Softwarelösung vielleicht sogar zum Vorteil von Bibliotheksnutzenden und -mitarbeitenden einsetzen?

Schattenbibliotheken:
Welche Auswirkungen haben Sci-Hub und Co. auf Verlage und Bibliotheken?

Sarah Müller
Die Online-Datenbank Sci-Hub bietet Zugriff auf über 74.000.000 wissenschaftliche Publikationen, liefert Nachweise aus über 177.000 verschiedenen Fachzeitschriften und verarbeitet 200.000 Downloadanfragen am Tag.
   Sci-Hub ist eine sogenannte Schattenbibliothek und ermöglicht Nutzern den Zugriff auf wissenschaftliche Volltexte aus nahezu allen akademischen Disziplinen.
Die Plattform verfolgt eine politische Ideologie und verstößt in großer Dimension gegen geltende Urheberrechtsbestimmungen.
   Mit den Schattenbibliotheken ist die Online-Piraterie auch in den Wissenschaften angekommen, nachdem sie bereits aus der Musik- und Filmindustrie hinreichend bekannt ist. Nicht umsonst wird Sci-Hub auch als die „Pirate Bay of Academia” bezeichnet.

Digitale Kompetenzen – dringend gesucht!
Eine Stellungnahme und Positionierung zu den
Empfehlungen des RfII – Rat für Informationsinfrastrukturen

Ursula Georgy
Im Mai 2019 hat der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) seine „Empfehlungen zu Berufs- und Ausbildungsperspektiven für den Arbeitsmarkt Wissenschaft” unter dem Titel „Digitale Kompetenzen – dringend gesucht!” verabschiedet. Der Titel klingt wie ein Hilferuf, aber genau das ist das Papier nicht; im
Gegenteil, es enthält eine Reihe von sehr konkreten Empfehlungen, die sich an die verschiedensten Player in Forschung und Wissenschaft richten: an die Forschungs-, Wissenschafts-, und Infrastruktureinrichtungen, ihre Träger, ihre Förderer sowie die dort Beschäftigten.