24. November 2020

b.i.t.online   5 / 2019
Nachrichtenbeiträge

„Die Politik weiß in Finnland offensichtlich genau,
welche Bedeutung moderne, offene Bibliotheken haben”

Ein Besuch im Oodi Helsinki – der besten Bibliothek der Welt 2019

Andreas Mittrowann
Im Dezember 2018 wurde das Oodi eröffnet, Helsinkis neue Bibliotheksniederlassung im Zentrum der Stadt. Tatsächlich handelt es sich nicht um die neue Zentralbibliothek, sondern eher um eine „Flaggschiff- Filiale”, in der die finnischen Kolleg/innen ihre gemeinsam mit den Bürger/innen erarbeitete Vision für die
Bibliothek der Zukunft realisiert haben. Nun hatte ich auch persönlich die Gelegenheit, mir im Rahmen eines Kurzbesuches das Haus anzuschauen – und das zufälligerweise an genau dem Tag, an dem das Oodi von der IFLA und dem Sponsor „Systematic” zur besten Bibliothek der Welt gekürt wurde.

Rechte an Forschungsdaten und Datenbanken

Till Kreutzer und Henning Lahmann
In Wissenschaft und Forschung entstehen große Datenmengen, die in der Regel in Datenbanken abgelegt sind. Bloße Daten und Fakten sind zwar nicht urheberrechtlich geschützt, doch Verträge oder Datenschutzgesetze können ihre Nutzung einschränken. Für Datenbanken hingegen lässt sich das Urheberrecht anwenden.
   Eine häufig auftretende Frage ist, ob Forschungsdaten als
solche urheberrechtlich (oder durch andere Rechte) geschützt sind. Wenn ja, müssten hierfür Nutzungsrechte eingeholt werden, wenn ein Dritter sie verwenden will. Die „Urheber” der Daten müssten genannt werden und sie hätten (neben vielen anderen Rechten) Ansprüche auf eine angemessene Vergütung gegenüber Nachnutzern.

subito Document Delivery
Zurück in die Zukunft in Zeiten des Wandels

Mark Homann
Der Dokumentenlieferdienst subito durchläuft immer wieder Phasen größerer Transformationsprozesse. Diese werden teils von gesellschaftlichen Entwicklungen, teils auch von den rechtlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Dieser Beitrag beleuchtet die laufenden Veränderungsprozesse bei subito insbesondere in Hinblick auf das neue Urheberrechtsgesetz.
subito ist ein Netzwerk aus 40 wissenschaftlichen Bibliotheken. Diese haben sich vor über 20 Jahren unter dem Dach eines gemeinnützigen Vereins zusammengeschlossen. subito erfüllt heute wie damals den primären Zweck, Einzelnutzer und Bibliotheken mit Kopien aus wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern per Email, Post und Fax schnell und kostengünstig zu versorgen.

Dezentralisierung und Blockchain in der Forschung

Aleksandra Sokolowska
Wissen wird verwundbar, wenn es zentralisiert wird. Das erleben wir überall – im Osten, wenn Wikipedia in der Türkei zensiert wird, und im Westen, namentlich in den USA, wo seit den letzten Präsidentschaftswahlen die Daten zur Klimaforschung frisiert werden. Aber da gibt es auch
eine gute Nachricht, die Aussicht auf eine Lösung. Denn Dezentralisierung und Blockchain machen es möglich, sonst brachliegende Ressourcen wirksam auf Ihrem Rechner einzusetzen. Ungenutzte Kapazitäten auf der Festplatte beispielsweise oder ungenutzte Rechenleistung.

Ideen und Möglichkeiten für die Journal-Erwerbung
im Kontext des DEAL-Wiley-Vertrages

Lorna Stimson, Heiko Brandstädter
Das Jahr 2019 war ein Meilenstein für das Publizieren in Open Access mit vielen Vorteilen für AutorInnen an deutschen Forschungseinrichtungen und WissenschaftlerInnen weltweit. Der nachfolgende Artikel fasst die wesentlichen Vereinbarungen des Wiley-Projekt DEAL Vertrages zusammen und beschäftigt sich
mit der Frage, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken und Verlag verändern wird. Hierbei werden auch Perspektiven vorgestellt, die es zusätzlich für die Erwerbung von Journals gibt, jenseits von Konsortiallizenzen für Zeitschriften und dem Lesezugriff auf aktuelle Journalinhalte.